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Schrat


Kleine Quälgeister, die gerne Mensch und Tier ärgern

Kategorie: Naturvolk
Mythologie: alle Kulturen
Existenz: halbgöttlich
Lebenserwartung: langlebig
Abstammung: Menschen
Merkmal: böse, heimtückisch
Elementbereich: Erde, Wald
Behausung: Erdhöhle, Höhle

Steckbrief

Aussehen

Ein Schrat achtet überhaupt nicht auf sein Aussehen und schon gar nicht auf gepflegte Kleidung. Er hat meist zottelige, ausgebleichte Haare und seine zusammengekniffenen Augen haben einen wirren Ausdruck. Fast alle Schrate tragen einen langen ausfransten und ungepflegten Bart. Das Gesicht ist immer unfreundlich und auch Nettigkeiten können kein Lächeln hinein zaubern. Ihr Körper, der in der Höhe ungefähr 80 cm erreichen kann, sieht sehr ausgemergelt und schlecht genährt aus. Ihre knorrigen Hände mit den langen Fingern, sind ungewöhnlich geschickt.

Vorkommen:

Europa

Eigenschaften

Ein Schrat ist von Natur aus unfreundlich und bevorzugt den bösartigen Schabernack. Es macht ihm Spaß die Menschen zu ärgern und sein Vieh zu peinigen.

Besonderheiten:

Ein Schrat ist normalerweise unsichtbar und kann zaubern. Er kann aber unterschiedliche Gestalt annehmen und liebt besonders die Verwandlung in eine schwarze Katze.

Beschreibung

Vermutlich ist der Schrat ein vertriebener Hausgeist, der zurück in die Wälder flüchtet, um dort seinen Frust auszuleben. Er ist ein absoluter Einzelgänger und lebt bevorzugt im Wald, auf Feldern oder in Ställen. Höhlen, dunkle Winkel und Ecken oder leicht zu übersehende Erdlöcher sind für ihn die besten Behausungen.

Da der Schrat den Menschen überhaupt nicht wohlgesonnen ist, kann er zu einem richtigen Quälgeist ausarten. Eine ganz besondere Vorliebe hat er für Tiere im Stall. Pferden die Mähne zu verfilzen und ihre Schwänze miteinander zu verknüpfen, bereitet dem Schrat ein wahres Vergnügen. Ganz besonders gerne löst er Chaos aus, indem er die Tiere durch Geschrei oder ohrenbetäubenden Lärm in Panik und Raserei versetzt.

Hat ein Schrat sich einen Haushalt oder Bauernhof ausgesucht, den er regelmäßig heimsucht, dann gibt es dort bald nichts mehr zu Lachen. Der Schrat schreckt nicht davor zurück, Lampen umzuwerfen und Stroh in Brand zu setzten. Er macht zwar ordentlich Lärm dabei, damit mögliche Löschversuche nicht aussichtslos sind, aber er verhindert keinesfalls sich anbahnende Katastrophen.

Ganz gemeine Schrate betätigen sich auch gerne nachts als Druck- oder Würgegeist - ähnlich wie der Alp. Schwere Alpträume und Atemnot sind die Folgen für die Menschen. Doch hat man erst einmal durchschaut, dass hinter allen Geschehnissen die Taten eines Schrat stecken, so ist es möglich mit verschiedenen Bannsprüchen und Abwehr zaubern, dem Spuk ein Ende zu setzten.

Besonders erfolgreich haben sich die Schrattengatterl aus fünf geweihten Hölzern erwiesen. Richtig angeordnet und an die Stallwand genagelt hält es einen Schrat ab, überhaupt den Stall zu betreten. Auch ein Schrattspiegel im Haus und in den Ställen aufgehängt kann vor viel Schaden bewahren. Der Schrattspiegel ist ein nach außen gewölbter Spiegel, der alles verzerrt und den Schrat wiederum in Panik versetzt. Die spiegelnden Messingscheiben am Pferdegeschirr sollen den gleichen Effekt haben und einen Schrat von den Pferden fernhalten.

Obwohl man einen Schrat mit gutem Recht als bösartig bezeichnen kann, ist er keine todbringende Gefahr. Leid und unangenehmes Chaos sind seine Ziele und er setzt auch alles dran, dies zu erreichen.

Schrattengatterl



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