Festlandkelten

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Titelbild Keltische Mythologie

Die Götter der Festlandkelten

Thema - Keltische Mythologie

Nachdem es die Festlandkelten versäumt haben, uns genaue Informationen über ihre Herkunft und Abstammung zu hinterlassen, können wir uns freuen, dass wenigstens die Römer versucht haben etwas Licht in die Geheimnisse der keltischen Welt zu bringen. Während ihrer großen Eroberungen und dem Aufbau des Römischen Reiches zeichneten sie Mitte des 1. Jahrhunderts vor Chr. die Götterwelt und Kultur der Kelten in Gallien (heute: Frankreich, Belgien und Norditalien) auf.

Kein Geringerer als Julius Cäsar überarbeitete das gesammelte Material und verfasste das Werk „De Bello Gallico“ (Der Gallische Krieg). Im 6. Buch dieses insgesamt 8 Bücher umfassende Werk, geht Cäsar dann detaillierter auf die keltischen Sitten und Gebräuche ein. Allerdings vergleicht er die keltischen Götter mit den römischen, um wahrscheinlich eine bessere Vorstellung zu bekommen, für was diese Götter gut waren und welche Funktionen sie hatten.

Die Invasion der Römer hatte aber auch den Vorteil, dass die Kelten nun langsam anfingen ihre Götter in dauerhaften Materialien (wie Ton, Bronze und Holz) zu verewigen und mit Inschriften zu versehen. Zahlreiche dieser Götter waren Lokal-, Stammes- oder Familiengötter. Ebenso zahlreiche Götter waren nur mit ganz bestimmten Orten und Landschaften, wie heiligen Hainen, bestimmten Bergen, Flüssen oder Seen verbunden. Andere Götter standen für bestimmte Themen im Leben, wie Fruchtbarkeit, Jagd, Heilung, Familie und Ernte.

Einige wenige keltische Götter aber wurden von allen Kelten in ganz Europa verehrt und blieben auch noch bei den Inselkelten erhalten.

Epona und Cernunnos - die ältesten keltischen Götter

Die keltische Göttin Epona
die keltische Göttin Epona

Die einzige keltische Göttin, die es sogar in den römischen Götterhimmel schaffte, war Epona. Wahrscheinlich hatten die Römer zu diesem Zeitpunkt niemanden von den Göttern, der sich direkt für die Pferde, Esel und Maultiere einsetzte. Epona wurde als große Erdgöttin verehrt und hatte wohl ein kleines Wörtchen bei der Ernte mitzureden. Die Römer waren von ihr so begeistert, dass sie Epona zur Schutzherrin der Kavallerie (berittene Truppen) ernannten und gerne ein Abbild von ihr in den Pferdeställen und an den Futterkrippen anbrachten.

Der keltische Gott Cernunnos

Cernunnos gehört zu den wichtigsten und ältesten Göttern der Kelten. Sein Name bedeutet wahrscheinlich „Der Gehörnte“, da er sich oft mit einem Hirschgeweih als Kopfschmuck zeigt. Sein Aufgabenbereich und seine Macht erstreckt sich über die Natur und die Tierwelt. Er ist ein Gott der Fülle, Fruchtbarkeit und Landwirtschaft und ist damit verantwortlich für den Wohlstand.

Belenus und Belisama - die Lichtgötter der Kelten

Bild eines Abdrucks von Belenus
Belenus auf einer Silbermünze der Kelten

Taucht bei keltischen Göttern das Wort oder die Silbe „Bel“ (hell, glänzen, scheinen) auf, so deutet das auf einen Sonnen- oder Feuergott hin. Einer davon ist Belenus – auch Bel oder Belos genannt. Er ist der keltische Gott des Lichts und der Sonne. In ganz Europa betete man ihn an und seine Kultstätten wurden weit verstreut in Britannien, Österreich und Italien entdeckt. Da Belenus auch mit der Heilkunst vertraut war, setzten die Römer ihn mit Apollon gleich.

Möglicherweise ist das Bilsenkraut, mit dem keltischen Namen „Belenuntia“ nach diesem Gott benannt worden. Bilsenkraut ist sowohl ein Heilmittel, ein Gift, als auch eine halluzinogene Droge. Gaius Julius Cäsar vermerkte noch in seinen Aufzeichnungen über die Götter, dass Belenos der Kunst des Weissagens mächtig war.

Belisama war die Partnerin von Belenus und war ebenso eine Göttin des Lichts und des Feuers. Im keltischen bedeutet ihr Name die „Strahlendste“ oder die „Leuchtendste“. Belisama wurde mit den Seen, Flüssen, dem Handwerk und den Künsten verbunden und besonders in Gallien und Britannien schenkte man ihr besondere Aufmerksamkeit und Verehrung.

Am 1. Mai wurde das Fest Beltane gefeiert und man geht davon aus, das dies zu Ehren von Belenus und Belisama geschah. Viehherden wurden zwischen mehreren Freudenfeuern hindurch getrieben, um von den Göttern Schutz zu erbitten und zu erhalten.

Esus, Taranis und Teutates - das göttliche Dreiergespann

Bild des Gottes Esus
Keltischer Gott Esus auf einem Altarstein

Die Kelten verehrten häufig ein göttliches Dreiergespann und eines davon waren die Götter Esus, Taranis und Teutates. Sie werden auch die Triade der männlichen Hauptgötter genannt. Über Esus ist am wenigsten bekannt und die Forscher können nur vermuten, dass er der Gott des Handels, der Wege und des Reichtums war. Doch laut Cäsar wurde er scheinbar auch als Kriegsgott verehrt, denn nach einem Gefecht mit dem Feind, wurden die erbeuteten Waffen, Esus zur Ehre, auf einem Haufen aufgetürmt. Esus ist auch auf dem Altar von Trier gemeinsam mit Merkur abgebildet. Dort zeigt er sich mit einer bäuerlichen Tunika und fällt mit einer Axt einen Baum. Drei Kraniche und ein Stier beobachten ihn dabei und lassen Rückschlüsse zu, auf seine Funktion als Gott der Fruchtbarkeit und Landwirtschaft.

Zu Ehren des Esus wurden in den römischen Aufzeichnungen brutale Menschenopfer beschrieben. So sollen Menschen an die Bäume gehängt worden sein. Allerdings ist unklar, ob die Menschen bereits hingerichtet waren oder an den Bäumen ihr Leben ausgehaucht haben.

Taranis der keltische Himmelsgott

Bild des Gottes Taranis
Keltischer Gott Taranis als Bronze-Statue

Taranis ist der keltische Himmelsgott. Als Herrscher über das Himmelsgewölbe kann er Blitze, Donner und Hagel schicken und damit die Reichhaltigkeit der Ernte beeinflussen. Sein Attribut ist das Rad – Symbol der ständigen Veränderung. So wurde Taranis als Wetter- und Fruchtbarkeitsgott verehrt, aber ebenfalls als Kriegsgott. Auch ihm zu Ehren wurden Menschenopfer dargebracht. Doch diesmal wurden die geopferten Menschen verbrannt – mit der Bitte oder dem Dank für eine gute Ernte oder dem guten Ausgang einer Kriegsschlacht. Aus wissenschaftlicher Sicht vermutet man die Ursprünge des im deutschsprachigen Alpenraum noch üblichen Brauch - „das Austreiben des Winters“, mit dem Verbrennen von Strohpuppen, in diesen Opferzeremonien begründet.

Teutates der keltische Stammesgott

Der dritte im Bunde ist Teutates. Er ist der keltische Stammesgott (teuta = Stamm) (Touto-tati-s = Vater des Stammes) und wurde besonders in Britannien und Gallien als Kriegsgott, Gott des Handels, der Fruchtbarkeit und des Reichtums verehrt. Dass er eine sehr große Rolle in der Götterhierachie spielte, zeigen seine vielen Beinamen:

Albbiorix = König der Welt
Caturix = König des Kampfes
Rigisamos = sehr königlicher
Toutiorix = König des Stammes
Loucetios = Glänzender
Maponos = großer Jüngling

Teutates achtete besonders auf die Pferde, Widder und die wohl nur bei den Kelten vorhandene Widderkopfschlange. Diese Schlange wird auch oft nur durch S-Spiralen dargestellt.
Auch Teutates brachte man Menschenopfer dar. Hierbei wählte man das Eintauchen in einen Kessel mit Wasser, See oder Teich. Die Opfer wurden kopfüber in das Wasser gehalten und damit ertränkt.
Teutates taucht auf vielen erhaltenen Götterbildern auf und ist meist mit Speer, Schild und Helm dargestellt. Oft wird der Helm auch von Hörnern geschmückt.

Leser von Asterix-Comics haben mit Sicherheit schon von diesem Gott gehört bzw. gelesen. Dort verwenden die Gallier gerne den Ausruf: „Beim Teutates!“, um ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen.

Bild des Gottes Teutates
Szene von Menschenopfern für Teutates auf dem Silberkessel von Gundestrup

Sucellos - der gute Schläger und Nantosuelta, die Wassergöttin

Bild des Gottes Sucellos
Der keltische Gott Sucellos

Bleibt noch kurz der letzte bekannte Gott der Festlandkelten zu erwähnen. Es ist „Der gute Schläger“. Doch hierbei handelt es sich nicht um einen hochangesehenen „Verprügeler“. Es geht um Sucellos (keltisch: Der gut zuschlägt), der immer mit einem langstieligen Hammer in der rechten Hand dargestellt ist. Es heißt, dass er mit seinem Hammer auf die Erde schlägt, um die Pflanzen zu wecken und den Frühling in Gang zu setzen. Seine Gemahlin ist die Wassergöttin Nantosuelta (Schlängelnder Fluss). Sie ist Göttin der Fruchtbarkeit und des häuslichen Herdes.

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