Schrat

Fabelwesen und Fantasywelt auf House-of-Fantasy.de

Anzeige

Schrat Steckbrief

Ein Plagegeist der Bauern und Landwirte

Ein Schrat ist ein Fabelwesen aus dem europäischen Volksglauben. Als übellauniges und bösartiges kleines Männlein bereitet ihm die Qual von Mensch und Tier besondere Freude. Er gehört zur Gruppe der Kobolde und Waldgeister und verwandelt sich gerne in schwarze Katzen oder Käfer. Leidenschaftlich gerne stiftet er Unruhe in den Ställen der Bauern und Landwirte.


Kategorie: Naturgeister
Mythologie: Volksglaube
Existenz: halbgöttlich
Lebenserwartung: langlebig
Abstammung: Menschen
Merkmal: böse, heimtückisch
Element: Erde
Elementbereich: Wald
Behausung: Erdhöhle, Höhle
Vorkommen: Europa

Eigenschaften des Schrat

Aussehen des Schrat

Der Schrat ist ein Fabelwesen, das überhaupt nicht auf sein Aussehen und schon gar nicht auf gepflegte Kleidung achtet. Er hat meist zottelige, ausgebleichte Haare und seine zusammengekniffenen Augen haben einen wirren Ausdruck. Fast alle Schrate tragen einen langen ausfransten und ungepflegten Bart.

Das Gesicht ist immer unfreundlich und auch Nettigkeiten können kein Lächeln hinein zaubern. Ihr Körper, der in der Höhe ungefähr 80 cm erreichen kann, sieht sehr ausgemergelt und schlecht genährt aus. Ihre knorrigen Hände mit den langen Fingern, sind ungewöhnlich geschickt.

Lebensart des Schrat

Ein Schrat ist von Natur aus unfreundlich und bevorzugt den bösartigen Schabernack. Es macht ihm Spaß die Menschen zu ärgern und sein Vieh zu peinigen. Ursprünglich lebte der Schrat als Waldgeist - wie die Zwerge - in Höhlen und war ein Diener der Natur. Doch irgendwann begann sich seine Charakter zu verändern und er wurde unangenehm bis bösartig.

Besonderheiten des Schrat

Ein Schrat ist normalerweise unsichtbar und kann zaubern. Er kann aber unterschiedliche Gestalt annehmen und liebt besonders die Verwandlung in eine schwarze Katze. Einige Beobachter konnten sogar berichten, daß der Schrat fliegen kann.


Beschreibung Schrat

Der Schrat ist ein koboldartiges Fabelwesen aus dem Volksglauben. Im 15. Jahrhundert ging man davon aus, dass ein jeder Haushalt auch einen Schrat habe. Als Pflegehinweis für diese - damals noch guten Wesen - sollte immer irgendwo eine kleine Aufmerksamkeit als Nascherei für den Schrat bereit liegen.

Vermutlich ist der Schrat ein vertriebener Hausgeist, der zurück in die Wälder flüchtet, um dort seinen Frust auszuleben. Damit hätte er viel Ähnlichkeit mit dem schottischen Boggart. Der Schrat ist ein absoluter Einzelgänger und lebt bevorzugt im Wald, auf Feldern oder in Ställen. Höhlen, dunkle Winkel und Ecken oder leicht zu übersehende Erdlöcher sind für ihn die besten Behausungen.

Da der Schrat den Menschen überhaupt nicht wohlgesonnen ist, kann er zu einem richtigen Quälgeist ausarten. Eine ganz besondere Vorliebe hat er für Tiere im Stall. Pferden die Mähne zu verfilzen und ihre Schwänze miteinander zu verknüpfen, bereitet dem Schrat ein wahres Vergnügen. Ganz besonders gerne löst er Chaos aus, indem er die Tiere durch Geschrei oder ohrenbetäubenden Lärm in Panik und Raserei versetzt.

Hat ein Schrat sich einen Haushalt oder Bauernhof ausgesucht, den er regelmäßig heimsucht, dann gibt es dort bald nichts mehr zu Lachen. Der Schrat schreckt nicht davor zurück, Lampen umzuwerfen und Stroh in Brand zu setzten. Er macht zwar ordentlich Lärm dabei, damit mögliche Löschversuche nicht aussichtslos sind, aber er verhindert keinesfalls sich anbahnende Katastrophen.

Ganz gemeine Schrate betätigen sich auch gerne nachts als Druck- oder Würgegeist - ähnlich wie der Alp. Schwere Alpträume und Atemnot sind die Folgen für die Menschen. Doch hat man erst einmal durchschaut, dass hinter allen Geschehnissen die Taten eines Schrat stecken, so ist es möglich mit verschiedenen Bannsprüchen und Abwehrzaubern, dem Spuk ein Ende zu setzten.

Besonders erfolgreich haben sich die Schrattlgatterl aus fünf geweihten Hölzern erwiesen. Richtig angeordnet und an die Stallwand genagelt hält es einen Schrat ab, überhaupt den Stall zu betreten. Auch ein Schrattspiegel im Haus und in den Ställen aufgehängt kann vor viel Schaden bewahren. Der Schrattspiegel ist ein nach außen gewölbter Spiegel, der alles verzerrt und den Schrat wiederum in Panik versetzt. Die spiegelnden Messingscheiben am Pferdegeschirr sollen den gleichen Effekt haben und einen Schrat von den Pferden fernhalten.

Obwohl man einen Schrat mit gutem Recht als bösartiges Fabelwesen bezeichnen kann, ist er keine todbringende Gefahr. Leid und unangenehmes Chaos sind seine Ziele und er setzt auch alles dran, dies zu erreichen.

Andere Namen für den Schrat:

  • Schratt
  • Schrättele
  • Schraz
  • Schräzel
  • Schretel

Weitere Informationen zum Schrat


Kommentar von Weena |

Der Schrat war ein prima Gegenspieler für den Kitsune. Und bei mir hätte er durchaus einen Tod verursachen können, da er sich mangels Pferden darauf verlegt hatte, die Bremsleitungen eines Autos zu verwirren.

Antwort von Fantasyforscherin

Wow! Weena, das mit den Bremsleitungen ist eine tolle Idee. So wird der Schrat lebendig! Manch einer stellt sich jetzt bestimmt so einen bösartigen Griesgram unter der Motorhaube vor wink

Kommentar von Dieter Harald Schelter |

Mich würde mal interessieren, ob schon einmal ein richtig bösartiger Schrat es fertig gebracht, einen so heftigen Streich zu spielen, dass er Tod (unbeabsichtigt) verursacht hat...

Antwort von Fantasyforscherin

Ich bin mir sicher, dass der Schrat schon für einige "Unfälle" verantwortlich gemacht werden kann. Denn woher sollten sonst solche Sprüche herkommen, wie: 'Vor Schreck ist jemandem das Herz stehen geblieben'.

Einen Kommentar schreiben

Anzeige