Susan-no-o

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Der Unwettergott Susan-no-o wird bestraft und wandelt sich

Der japanische Unwettergott Susan-no-o und sein Schicksal

Susan-no-o's Taten waren nicht nur frevelhaft, fast hätte er auch die ganze Welt mit seinen unkontrollierten Ausbrüchen zerstört. Die Götter waren sich einig. Im Himmel hatte Susan-no-o wirklich nichts mehr verloren und verstießen ihn nun endgültig aus den himmlischen Gefilden. Doch zunächst schnitten sie ihm seinen inzwischen sehr langen Bart und seine Fuß- und Fingernägel ab. Damit wurde Susan-no-o zu einem Geächteten und zog wieder ziellos durch die Welt.

Doch irgendetwas passierte plötzlich mit Susan-no-o – er wurde ruhiger, freundlicher und hilfsbereiter. Menschen, denen er auf der Erde begegnete, brachte er die Geheimnisse der Landwirtschaft bei. Wurde Hilfe in irgendeiner Form benötigt, so griff Susan-no-o schnell zu und löste die Probleme. Anscheinend hatte er begriffen, dass seine früheren Handlungen nicht gut für die weitere Entwicklung der Welt waren.

Eines Tages lief Susan-no-o über ein Reisfeld und erblickte die wunderschöne Reisfeld-Prinzessin Kushinadahime. Die Eltern des Mädchens waren auch in der Nähe und uns sahen sich unruhig immer wieder auf dem Feld um. Susan-no-o ging auf sie zu und fragte, warum sie so ängstlich schauten. Traurig erzählte ihm die alte Frau, dass ein achtköpfiges Drachen-Ungeheuer hier sein Unwesen treiben würde. Jedes Jahr fraß es eine ihrer Töchter und bald schon wollte es sich ihre jüngste Tochter Kushinadahime holen.

Der achtköpfige Drache Yamato no Orochi

Susan-no-o versprach den Drachen zu töten, wenn er dafür Kushinadahime zur Frau bekommen würde. Die Eltern stimmten zu und Susan-no-o legte sich auf die Lauer. Er brauchte nicht lange zu warten. Einige Tage später, er war mit Kushinadahime alleine auf dem Reisfeld, als der Drache Yamat no Orochi kam, um sich die Reisfeld-Prinzessin zu holen.

Susan-no-o verwandelte die Prinzessin schnell in einen Kamm und steckte in ihn sein Haar. Dann holte er vergifteten Sake-Wein hervor und versuchte die herannahende Bestie damit zu locken. Nun, auch ein japanischer Drache ist scheinbar nicht abgeneigt einen guten Wein zu trinken. Nach acht Schalen köstlichen Weins war der Drache zunächst mächtig betrunken und dann begann das Gift zu wirken.

Susan-no-o nutzte die Schwäche von Yamato no Orochi aus und tötete ihn indem er ihn in Stücke hackte. Beim Schwanz des Drachen angekommen schlug er plötzlich auf Stahl und entdeckte das legendäre heilige Schwert Kusanagi ("das Schwert, das das Gras bezähmt"). Das Schwert schenkte Susan-no-o später seiner Schwester Amaterasu zur Versöhnung. Heute gehört dieses Schwert zu den Insignien der Krönungszeremonie des Kaisers.

Nachdem nun das Ungeheuer getötet war, verwandelte Susan-no-o die Reisfeld-Prinzessin wieder zurück und bald darauf wurde die Hochzeit gefeiert. Die beiden ließen sich in Izumo nieder (heutige Präfektur Shimane im Norden Japans) und bekamen zahlreiche Kinder. Die Nachfahren von Susan-no-o und Kushinadahime wurden mächtige Götter und Herrscher und begründeten die folgende Kaiserdynastie – so steht es jedenfalls in den Büchern.

Die Schöpfung naht ihrem Ende

Nach seiner Heirat legte sich Susan-no-o keinesfalls auf die faule Haut. Er begann das Land für die Besiedlung der Menschen vorzubereiten. Von benachbarten Ländern trennte er hier und da einige große Stücke ab und zog sie mit einem langen Seil näher an Izumo heran. Er erfand Reis, Hirse, Weizen, rote Azukibohnen und Sojabohnen für die neue Bevölkerung und setzte damit den Grundstock für sättigende, haltbare und beliebte Grundnahrungsmittel.

Unter seinen vielen Kindern teilte er die Aufgaben der Welt ein – natürlich in Absprache mit seiner Schwester Amaterasu, die inzwischen auch ordentlich für Nachwuchs gesorgt hatte.

Von allen japanischen Göttern werdet ihr auf diesen Seiten wohl nichts lesen können, aber einige interessante Wesen und mythische Gestalten gibt es schon, die durchaus einer Erwähnung bedürfen.